Hallo zusammen,
eigentlich wollte ich noch ein bisschen warten mit diesem Beitrag, bis meine Überlegungen ausgereifter sind, aber irgendwie brennt mir das Ganze ziemlich unter den Nägeln gerade, weshalb ich mein Anliegen einfach jetzt schon mal vorstellen möchte. Mein Anglistik-Studium neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu. Ich habe zur Zeit nur noch ein Seminar, in dem ich auch meine Abschlussarbeit schreiben werde. Ja, und seit einiger Zeit spiele ich vermehrt mit dem Gedanken, die Pet Shop Boys in eben diese Abschlussarbeit, meine
Bachelor thesis, einzubinden oder sie eventuell gar zum Hauptthema zu machen. Das mag jetzt vielleicht erstmal verwunderlich klingen, ist aber in meinem konkreten Fall ohne Weiteres möglich. Das Modul "Culture, Gender, Media" bzw. das dazugehörige Vertiefungsseminar, "Visual Cultures", beinhalten und ermöglichen eine sehr weitgefächerte Bandbreite an Themen und lassen dem geneigten Studenten daher zum Glück recht viel Spielraum. So können wir uns beispielsweise einen Film vorknöpfen und diesen unter verschiedenen Gesichtspunkten - d.h. hinsichtlich einer bestimmten These und im allgemeinen Rahmen der Visual Culture Studies - wissenschaftlich untersuchen. Auch Werbe- oder Musik-Clips können Gegenstand der Analyse sein. Bei so viel Wahlfreiheit - und weil es für die Motivation und damit letztlich für den "Erfolg" sinnvoll ist, ein Thema zu wählen, das einen persönlich interessiert - dachte ich spontan an die Jungs, die ja auch - man denke allein an die Videos - visuell sehr viel hergeben. So far, so good. *zwinker* Die Sache ist nur die, dass das Ganze logischerweise nicht bloß eine Lobhudelei sein darf, sondern eben "wissenschaftlich fundiert" sein muss. Das heißt: Eine möglichst gute These muss her. Mit gut meine ich vor allem auch "nicht plakativ", d.h., um mal ein Beispiel zu nennen, keine "gay images" oder sowas. Also nichts, was sie gleich in eine bestimmte Ecke pressen und ihnen auch wahrlich nicht gerecht werden würde. Denn es ist ja u.a. ihre Vielschichtigkeit, die sie ausmacht; ihr ganz spezieller Charakter, den man nicht in eine Schublade packen kann. (=> Vielleicht wäre das ein möglicher Ansatzpunkt.) Nun ja, ich dachte, ihr hier im Forum könntet mir eventuell ein paar Anregungen geben. Das muss jetzt gar nichts Hochtrabendes sein - einfach ein paar Gedanken oder sowas wie ein "brainstorming", was man alles behandeln könnte, wären schon super. Ich würde mich auch einfach gerne mit euch darüber austauschen, Themen nennen (z.B. "It couldn't happen here", der Film, bestimmte Videos usw.) und hören, was ihr davon haltet. Deshalb habe ich diesen Thread gestartet. Ich bin sehr gespannt, wie er sich im Laufe der Zeit entwickeln wird.
Ach, damit ihr einen besseren Überblick bekommt, worum es in besagtem Seminar geht, füge ich noch die
course description ein:
Zitat:
Culture, Gender, Media II: Visual Cultures
The new and expanding field of Visual Culture Studies questions the ‘textual turn’ in cultural studies and claims that the analysis of visual material requires different approaches than the analysis of texts and that “spectatorship (the look, the gaze, the glance, the practices of observation, surveillance, and visual pleasure) may be as deep a problem as various forms of reading (decipherment, decoding, interpretation, etc.)”, as W. J. T. Mitchell puts it in Picture Theory (1994). The object domain of Visual Culture Studies does not merely consist of images and the visual media, but of all things that can be seen. Visual Culture Studies also pays close attention to cultural practices of looking, to the power relations at the basis of these practices, as well as to the ways in which meaning and knowledge are constructed through acts of seeing.
In addition to giving a broad survey of different theoretical approaches to Visual Culture Studies, the seminar will look at a selection of case studies in more detail in order to enable students to analyse diverse phenomena of visual cultures. Our discussion of contemporary phenomena (the cultural predominance of visual media) will be complemented by a historical perspective which will attempt to trace the history of the visual and pay particular attention to 19th-century visual cultures.
Viele liebe Grüße! Nadja